Neue Flächen mit Wildstauden besiedeln

Epilobium dodonaei Rosmarin-Weidenröschen

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) lanciert im Frühling 2019 eine auf eineinhalb Jahre angesetzte Aktion für mehr Artenreichtum in der Schweiz. Das übergeordnete Ziel dieser nationalen Aktion ist es, die Schweizer Bevölkerung für das Thema «Biodiversität» zu sensibilisieren und den Artenrückgang nachhaltig zu bremsen, indem neue Flächen mit einheimischen Pflanzen geschaffen werden. Um sich auf diese Situation einzustellen, hat Bioterra einen Erfahrungsaustausch Produktion Wildstauden organisiert. Veranstaltungsort war die wunderbare und einzigartige Wildstaudengärtnerei von Patricia Willi in Eschenbach LU.

Wildstaudengärtnerei Patricia Willi
Patricia Willi kultiviert seit über 30 Jahren Wildstauden. In ihrer Wildstaudengärtnerei in Eschenbach LU wachsen über 500 Wildstauden Arten.

Da wir planen, ab 2019 in der Stadt Zürich Wildstauden zu produzieren und anzubieten, haben wir natürlich am Erfahrungsaustausch teilgenommen. Es war sehr lehr- und aufschlussreich, vor allem im Hinblick auf das, was uns am Herzen liegt. Nämlich die Vielfalt der Natur und unsere Verbundenheit mit ihr voller Freude zu fördern sowie Grenzen aller Art zu überwinden (auch diejenigen im Kopf).

Aster linosyris Gold-Aster
Die Aster linosyris Gold-Aster blüht ca. von August bis Oktober und bevorzugt vollsonnige/sonnige Standorte. Sie kann auf einer Wiese, am Heckenrand und als Gehölzunterwuchs, auf Pionier- oder Ruderalstandorten oder auf dem Beet und Balkon wachsen. Sie mag es eher trocken und nährstoffarm.

Denn auch in grünen Kreisen wird die Natur immer noch nach menschlichen Kriterien und Konzepten bemessen und vermessen, eingeteilt und separiert. Es gibt gute und böse, wilde und kultivierte, annehmbare und vernachlässigbare Natur. Aber die Natur verändert sich beständig, passt sich an, Grenzen sind fliessend, durchlässig. Spezies interagieren auf eine noch ungeahnte Weise, kommunizieren, tauschen Informationen und Nährstoffe. Die Natur hat eine innewohnende Kraft, die beständig nach Harmonie strebt.

Für uns naturnahe Gärtner und Gärtnerinnen bedeutet das, etabliertes Wissen zu hinterfragen und genau zu beobachten. Raum zu schaffen, damit sich die Natur entfalten kann. In ihrer Form und Dynamik und nicht nach menschlichen Konzepten und Idealen.