Disteln bringen Leben in den Garten

wivena GmbH Gewöhnliche Kratzdistel Furchenbienen

Wenn wir das letzte Jahr Revue passieren lassen, dann hat uns diese Pflanze ganz besonders geprägt, die Distel. Sie bereichert in allen Aspekten. Kaum eine andere Wildpflanze bietet eine vergleichbare Menge an Nektar und Pollen für Insekten, spendet Schutz und Nahrung als Kinderstube für Falterraupen und lockt mit ihren proteinreichen Samen zur Winterzeit die Vögel. Auch als Zierpflanze für den Garten ist sie vielseitig einsetzbar, für jeden Standort gibt es eine geeignete Distel.

Natürlich kann man botanisch gesehen nicht von „der“ Distel sprechen, zur Subtribus Carduinae (Distelartige) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehören etwa 29 Gattungen mit einer beträchtlichen Artenvielfalt. Bei uns in Mitteleuropa sind vor allem die Kratzdisteln (Cirsium), Ringdisteln (Carduus) und Kletten (Arctium) verbreitet. Zu den eingebürgerten Arten zählen die imposante Eselsdistel (Onopordum acanthium), welche oft trockene Ruderalstandorte besiedelt und die schon von Hildegard v. Bingen sehr geschätzte Mariendistel (Silybum marianum). Selbst die Artischocken (Cynara) gehören dazu und haben nebst ihrem kulinarischen auch einen ökologischen Wert.

Eine Furchenbiene (Halictus sp.) auf der Knolligen Kratzdistel (Cirsium tuberosum). Die Knollige Kratzdistel blüht vorwiegend in den Monaten Juli und August.

Disteln im Garten

Ob trocken, frisch oder feucht, auf jedem Gartenboden kann die passende Art angesiedelt werden, auch schwere Lehmböden sind da kein Hindernis.

Viele der Arten, darunter die Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare), die Bisamdistel oder Nickende Distel (Carduus nutans), die Krause Ringdistel (Carduus crispus) und die Eselsdistel (Onopordum acanthium) sind zweijährig. Das bedeutet, im ersten Jahr bilden sie lediglich Grundblätter (Rosette), im zweiten Jahr streckt sich der Spross und die Kraft wird in das Blütenwachstum gesteckt, danach stirbt die Pflanze nach reicher Aussaat ab.

Bei der Nickende Distel handelt es sich um eine Halbrosettenpflanze, d. h. im ersten Jahr bildet sie eine Rosette aus, im zweiten Jahr einen Blütenstandsschaft und nach der Fruchtbildung stirbt sie ab. Die Blütezeit ist von Juli bis September.

Eine noch viel zu unbekannte Art ist die Stängellose Kratz-Distel (Cirsium acaule). Sie wächst als mehrjährige Pflanze in einer grundständigen Rosette und bildet über einen längeren Zeitraum ein reiches Blütenangebot. Durch ihre Endhöhe von nur 10 cm passt sie auch gut in einen Steingarten oder findet im Blumenkasten Platz. Sie ist einheimisch und anspruchslos.

Die meist einzeln, seltener auch bis zu viert wachsenden körbchenförmigen Blütenstände sitzen unmittelbar „auf der Wurzel“ bzw. auf der Grundblattrosette. Die Stängellose Kratzdistel blüht vorwiegend in den Monaten Juli bis September.

Die Acker-Kratzdistel bildet unterirdische Rhizome und kann dadurch auch andere Bereiche im Garten besiedeln. Wem dies zu anstrengend ist, kann auch auf die Gewöhnliche Kratzdistel, die Sumpf-Kratzdistel oder die Nickende Distel zurückgreifen, eine Rhizomsperre installieren oder regelmässig ungewollte Ausläufer abstechen.

Die Gewöhnliche Kratzdistel ist ein zweijähriger Hemikryptophyt mit Wurzelrübe. Die im zweiten Jahr gebildete Blattrosette ist sehr regelmässig aufgebaut. Im Gegensatz zu Cirsium arvense ist diese Art eine reine Pollenblume ohne Nektarproduktion. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober.

Schon ab Ende Januar können Mariendistel, Eselsdistel und Artischocken auf der Fensterbank, im Kalthaus oder im hellen unbeheizten Wohnzimmer vorgezogen werden. Die Kultur ist simpel und bei einem frühen Kulturstart kann man noch im ersten Jahr mit einer Blüte rechnen. Die Sämlinge wachsen rasant heran, Einzeltöpfe sind daher zu empfehlen.

Disteln bieten der Tierwelt einen reich gedeckten Tisch

In der Regel werden Disteln zu Unrecht als pieksende „Unkräuter“ wahrgenommen, bekämpft und verteufelt. Gerade auf Äckern wächst eine der wertvollsten und zugleich unscheinbarsten Arten, nämlich die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense). Mit bis zu 50 Falterarten und unzähligen anderen Insekten, welche sich von ihr ernähren, ist sie eine der wertvollsten Wildpflanzen überhaupt. Zu den Profiteuren gehören z.B der Distelfalter (Raupen-Futterpflanze, polyphag), das Veränderliche Widderchen (Nektarpflanze), der Grosse Perlmuttfalter (Nektarpflanze), der Schachbrettfalter (Nektarpflanze) der Apollofalter (Nektarpflanze) u.v.m.

Landkärtchen (Araschnia levana) auf der Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)

Alle Disteln sind auch wichtige Nährpflanzen für Körnerfresser. Sie sind deshalb für Wildpflanzengärten oder naturnahe Gärten sehr zu empfehlen.

Der Stieglitz oder gängiger Distelfink sitzt im Sommer und Herbst oft auf Disteln und klaubt mit seinem relativ langen und spitzen Schnabel die Samen aus den Fruchtständen. Geeignete Nahrungspflanzen sind für den Distelfink jedoch oft Mangelware, was nicht zuletzt durch unseren «Sauberkeitsfimmel» mitverursacht wird.

Wir von wivena werden in Zukunft einige Distel-Arten in unserem Sortiment anbieten, diese Pflanze darf in keinem Garten fehlen.

Teilt uns Eure Distel-Erfahrungen mit. Wir freuen uns natürlich ganz besonders, wenn die eine oder andere Distel bei Euch ein Plätzchen bekommt.

Weiden Steckhölzer, einfach, praktisch, gut

wivena GmbH Silber-Weide Salix alba

Kaum ein anderes Gehölz kommt im Frühling mit einer solchen Blütenfülle daher wie die Weide. In ihrer kurzen Blühperiode ist sie der Mittelpunkt für hungrige Insekten und Vögel, welche sich von den zahlreichen Besuchern ernähren. Sie ist mit wenigen Ausnahmen einfach über Steckhölzer zu vermehren.

Die Gattung der Weiden (Salix) umfasst circa 450 Arten, davon über 60 in Europa, hinzukommend viele Unterarten und natürliche Hybriden. Vom Zwergstrauch in den Alpen bis zum Baum im Flachland, die Variabilität ist sehr gross.

Weiden lassen sich einfach und praktisch vermehren

Durch die Steckholzvermehrung lassen sich die meisten Arten zuverlässig anziehen, die Sal-Weide (Salix caprea) ist da leider eine Ausnahme. Diese Vermehrungsart gehört zur vegetativen Vermehrung, d.h dadurch wird das exakte Erbmaterial weitergegeben, es entstehen sogenannte Klone. Daher ist diese Technik auch für die Sortenvermehrung massgeblich.

Bildquelle: roshaa.com

Schnitt- und Steckzeitpunkt für diese Vermehrungsart ist während der Vegetationsruhe zwischen Dezember und März. Besonders empfiehlt sich der Spätwinter, weil dann die letztjährigen Triebe vollständig ausgereift sind und die Frostgefahr reduziert ist.

Die empfohlene Länge entspricht einer gängigen Gartenschere. Bei den unkomplizierten Weiden führen jedoch auch Abweichungen dieser Norm zum Erfolg. Der oberste Drittel mitsamt Terminale wird entfernt, da dieser Teil über schwächere Anlagen verfügt.

Bildquelle: mein-schoener-garten.de

Steckhölzer in die Erde stecken, wässern und Geduld haben

Als Substrat taugt magere Aussaaterde oder normale Gartenerde, gemischt mit Sand und Perlit. Permanente Feuchtigkeit ist für die Wurzelbildung essenziell, Vernässung führt zu Fäulnis. 1 x pro Woche gut wässern sollte während dieser Jahreszeit genügen.

Bei der Stecktiefe sollte man sich auf die Augen konzentrieren. Banal ausgedrückt, umso mehr Knospen unter der Erde, desto bessere Chancen für die Wurzelbildung. Weiden wurzeln jedoch auch aus den Internodien (Teilstück zwischen den Nodien „Knospen“) und Schnittstellen.

Bildquelle: arroyoseco.org/nursery

Bei der Wahl von geeigneten Gefässen kann man sich der eigenen Fantasie bedienen. Grundsätzlich eignen sich Kisten, Töpfe, Tröge, Verpackungen und dergleichen. Ausschlaggebend sind Tiefe und vorhandene Löcher für den Wasserabzug.

Der Standort während der Kultur sollte frostfrei und geschützt sein, dafür eignet sich die Nähe eines Hauses oder das Gewächshaus (Kalthaus). Bei der Kultur im Freien empfiehlt sich zum Schutz ein lichtdurchlässiges Vlies.

Bewurzelungshormone sind unnötig, da Weiden selber ein natürliches Hormon dafür produzieren.

Eine Korb-Weide (Salix viminalis), ein Jahr nach Kulturstart.

Weiden sind ökologisch wertvolle und prächtige Gehölze

Weiden sind Pionierbaumarten. Sie verbessern und festigen Rohböden und bieten damit den nachfolgenden Baumarten gute Startmöglichkeiten. Entlang von Flussläufen werden sie häufig zur Bodenstabilisierung verwendet, weil sie die Böden rasch durchwurzeln.

Wildbienen, Honigbienen und viele weitere Insekten wie Wespen, Käfer, Schmetterlinge sowie Vögel sind auf diese Baumarten angewiesen. Die im Jungwald teils üppig und natürlich vertretenen Weiden dienen dem Wild als beliebte Äsung und als Markierungspflanzen in ihrem Revier.

In wenigen Jahren können durch die Steckholzvermehrung prächtige Bäume und Sträucher herangezogen werden, welche unsere Fauna und Flora bereichern.

Bildquelle:  Ralf Kaiser auf flickr.com

Die wichtigsten Voraussetzungen für ein Erfolgserlebnis sind:

  • Gesundheit der Mutterpflanze und Ausreifung der Triebe
  • Schnitt-und Steckzeitpunkt
  • Länge
  • Substrat und Feuchtigkeit
  • Standort

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Steckt die Hölzer nicht verkehrt herum 🙂. Wir wünschen Euch gutes Gelingen 🌱.

Cardamine pratensis, das zauberhafte Wiesen-Schaumkraut

Cardamine pratensis Wiesen-Schaumkraut wivena GmbH

Cardamine pratensis, das Wiesen-Schaumkraut, ist eine zauberhafte Erscheinung. Mit seinen eleganten, traubigen Blütenständen begrüsst es den Lenz. Tanzend im Frühlingslicht macht es auf sich aufmerksam und dient Insekten wie Hummeln, Wildbienen, Schaumzikaden, Schwebfliegen und Faltern als wertvolle Nahrung.

Cardamine pratensis Wiesen-Schaumkraut wivena GmbH
Das Wiesen-Schaumkraut bietet u.a. verschiedenen Wildbienenarten ein reiches Pollen- und Nektarangebot. Besucht wird es auch von über einem Dutzend Tagfalterarten, wie z.B. Schwalbenschanz, Tagpfauenauge oder Zitronenfalter. Für den Aurorafalter ist Cardamine pratensis sowohl Raupenfutterpflanze als auch Nektarspender.

Mit eleganten, traubigen Blütenständen begrüsst das Wiesen-Schaumkraut den Lenz. Eine wahrhaft zauberhafte Erscheinung, die regelrecht im Frühlingslicht zu tanzen scheint. Der deutsche Name Schaumkraut stammt von Schaumzikaden (Aphrophoridae), die von der Pflanze leben und dabei Schaumwolken auf dem Kraut hinterlassen. Sein wissenschaftlicher Name setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort für Kresse und dem lateinischen Wort pratensis „auf Wiesen wachsend“. Insekten wie Hummel-Königinnen, Wildbienen und Schwebfliegen nutzen das Wiesen-Schaumkraut. Den Raupen der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) dient sie als wichtigste Futterpflanze.

Passende Pflanzpartner sind Iris sibirica (Wildform) – Wiesen-Iris, Trollius europaeus – Europäische Trollblume und Lychnis flos-cuculi – Kuckucks-Lichtnelke. Am passenden Standort kann das Wiesen-Schaumkraut üppige Bestände bilden.

Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) gedeiht auf frischen – nassen Böden, im Beet, am Rande von Gewässern oder in einer Wiese. Über die Jahre können durch Selbstaussaat durchaus üppige Bestände entstehen. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Mai, mancherorts sogar bis Juni oder Juli.

Cardamine pratensis Wiesen-Schaumkraut wivena GmbH
Das Wiesen-Schaumkraut passt nicht nur sehr gut in feuchte Wildblumenwiesen, sondern ist auch eine zauberhafte Pflanze für Wildstauden Beete. Die zarten weissen bis zartrosa Blüten sitzen in lockeren Dolden und werden sehr anmutig getragen.

Auch kulinarisch hat diese Pflanze viel zu bieten, die jungen Blätter mit Kressegeschmack geben dem Salat eine feine scharfe Note. Die kleinen Blättchen und ebenso die Blüten verfeinern Suppen und Kräuterspeisen. Die scharfen Samen können wie Pfeffer genutzt werden. Das Wiesen-Schaumkraut ist auch als Heilpflanze bekannt.

Für den Aurorafalter ist Cardamine pratensis sowohl Raupenfutterpflanze als auch Nektarspender.
Bildquelle: Wikipedia.de

Nun kann diese Pflanze noch in den Boden, sodass sie ihre volle Pracht im Frühling entfaltet. Wir sind voller Freude auf ihr Erscheinen.